|
Am Donnerstag letzte Woche hatte ich die glorreiche Idee, dass Kathi und ich doch mal kurz auf Urlaub fahren könnten.
Ich habe mir nämlich den Wetterbericht für Jylland angesehen und bemerkt, dass es das ganze Wochenende über schön angesagt war. Spontan haben wir dann beschlossen dass das eine super Idee ist. Jetzt mussten wir nur noch schnell ein Auto organisieren. Das war aber überhaupt kein Problem, dank Kjeld und Margaret. Am Freitag haben wir dann nach de Arbeit alles zusammengepackt und sind mit der Fähre um 6 Uhr nach Rudkøbing rübergefahren. Dort war gerade “Rudkøbing by night”, da hatten alle Geschäfte bis 10 Uhr offen. Das haben wir natürlich gleich ausgenutzt und sind noch ein bisschen shoppen gegangen. Um 5 Uhr in der Früh am Samstag haben wir uns dann auf den Weg nach Skagen gemacht, dem nördlichsten Ort Dänemarks. Die Autofahrt war ziemlich langweilig, keine Autos unterwegs und Dänemark ist ja fast komplett flach. Aber ich bin an einem fahrenden Haus vorbeigefahren :-) Wir hatten ja auch das Navigationsgerät von Kjeld dabei und als wir nur mehr 30 km von Skagen entfernt mussten wir einfach am Straßenrand anhalten, weil das Navi das Meer gleich neben uns angezeigt hat. Wir sind also ein paar Riesensandünen raufgeklettert und haben einen ersten Blick auf das Meer geworfen, und ich hab mich gefreut wie ein kleines Kind, es war ein wunderschöner weiter Sandstrand und das Meer war soooooooo schön blau. Ich weiß nicht warum ich mich immer noch so freu das Meer zu sehen, ich bin ja auf Strynø dauernd von Meer umgeben. Aber das Meer war eben doch anders dort oben.

In Skagen sind wir dann erst mal nach Grenen rausgefahren, dem nördlichsten Punkt Dänemarks. Dort treffen 2 Meere aufeinander, das Skagerrak und das Kattegat. Wir sind mit dem Sandorm, dem Sandwurm bis zur Spitze der Landzunge rausgefahren und haben, nachdem wir ein paar Mal zwischen Skagerrak und Kattegat herumgesprungen sind, ein richtig leckeres Frühstück am Strand genossen. Zum Glück waren wir schon so früh da, da waren noch fast keine Leute unterwegs. Aber mit jedem neuen Sandwurm der angekommen ist, kamen mehr Leute. Wir sind dann um halb 12 wieder zurückgefahren zu unsrem Auto und da waren schon so viele Leute auf der Landzunge, dass sie beinahe keinen Platz mehr hatten.

Unsre nächste Station war Skagen, da haben wir dann ganz zufällig Susanne getroffen, die wir bei unsrem Mid-Term-Meeting kennen gelernt haben. Nach ein bisschen Stadt-schlendern und plaudern sind wir dann weiter nach Råbjerg Mile gefahren, einer riesigen Wanderdüne, die sich im Jahr 8-10 Meter fortbewegt. Es war so unglaublich dort. Die einzigen Worte, die ich in der ersten viertel Stunde herausgebracht habe, waren “Wow” und “wow” und “wow, ist das groß”. Es war einfach überall Sand, und man konnte deutlich sehen in welche Richtung sich die Düne bewegt. Wir sind dann fast 2 Stunden durch den Sand gewandert. Ich habe nur darauf gewartet eine Fata Morgana zu sehen :-) Die Düne macht einfach alles Platt. Wir waren auch am äußersten Rand der Düne, wo sie gerade einen kleinen Wald begraben hat, man konnte nur mehr die Baumspitzen sehen.

Nachdem mein Füße halbtot waren von dem ganzen in der Wüste gehen, haben wir uns auf den Weg zum Campingplatz gemacht und unser Abendessen gekocht: Spaghetti mit Thunfisch. Am nächsten Tag sind wir dann nach dem Frühstück Richtung Süden aufgebrochen. Wir haben uns natürlich ganz auf das Navi verlassen. Irgendwann sind wir dann in einem Ort namens Hals angekommen und das Navi hat uns bis zum Hafen gelotst. Der nächste Satz der netten Navi Frau hat uns ein bisschen geschockt. “In 500 Metern fahren Sie an Bord.” Fähre? Was? Das war aber nicht unser Plan. Naja, sowas passiert wenn man sich auf moderne Technik verlässt. Zum Glück war die Fähre nicht so teuer, die Fahrt hat auch nur 5 Minuten gedauert. Auf der anderen Seite des Fjords wollten wir eigentlich einen Campingplatz suchen, aber dann haben wir ein Schild zum Lille Vildmose Center gesehen und sind gleich dorthin gefahren. Das war ein riesiges, tolles, neues Center über das Hochmoor dass sich dort in der Gegend befindet. Die hatten einen eigenen Kino Saal, und ein Fake-Plastik-Moor und einen Adlerflugsimulator. Total genial. Leider war ein bisschen viel Text zum Lesen. Das wird mit der Zeit ein bisschen anstrengend. Nachdem wir uns eine Portion Pommes gegönnt hatten sind wir dann ein bisschen im Moor herumgefahren. Da ist ja eigentlich alles umzäunt, damit die bösen Menschen nicht alles kaputt machen, aber es gibt überall Aussichtsplattformen. Der Toftesee und das Portlandmosen waren wunderschön. Nach ewigem Herumfahren mit dem Auto sind wir dann nach Dokkedal gefahren und in den Mulbergen, von denen man eine tolle Aussicht über das Hochmoor und das Meer hat, ein kleine Runde gewandert.

Am Montag sind war dann nach Århus reingefahren um uns Den Gamle By anzusehen. Ein Freilichtmuseum, das eine alte dänische Stadt zeigt. Es war eine unglaublich idyllische Atmosphäre und total gemütlich. Susanne die in Århus ihren EFD macht, hat uns durch die kleine Stadt geführt. Sie haben viele alte Geschäfte nachgestellt, Hutmacher, Weberei, Apotheke und und und. Mein Lieblingsgeschäft war ja die Bäckerei. Ich dort einen richtig leckeren herzförmigen Honigkuchen mit einem Englein drauf gekauft. Mhm war das lecker. Wir haben auch ein richtig schönes Gitarren Konzert gehört mit Musik aus dem 18. Jahrhundert. Nachdem wir in jedem Haus mindestens einmal drinnen waren haben wir uns von Susanne und Århus verabschiedet und haben uns nach Ebeltoft und der Fregatte Jylland, unserer letzten Station aufgemacht.

Man konnte das Schiff schon von weitem Sehen, es ist einfach so gigantisch groß. 70 Meter lang und mit einem über 50 Meter großen Masten. Riesig. Und das Beste ist, man kann sich das gesamte Schiff anschauen. Wir waren zuerst im Museum und haben uns die ganze Geschichte um das Schiff durchgelesen. Dann erst sind wir in das Schiff spaziert. Es waren so wenige Leute dort dass es richtig gruselig war an Bord, es war auch relativ dunkel. Nur ein paar Gips Matrosen haben ab und zu ein bisschen gelärmt. Mal ein Schnarcher aus der Hängematte dann wieder schmerzerfüllte Schreie von einem dem gerade das Bein abgesägt wurde plus Blutblubbern. Man konnte sich wirklich alles ansehen und sich wie ein Matrose fühlen, die Kapitänskajüten, die Küche, den Schiffsrumpf.
Danach haben wir uns auf den Heimweg gemacht. Und ich habe wieder mal das Tempomat in Kjelds Auto entdeckt. Wirklich praktisch. Aber wenn ich mit dem Fuß nicht am Gaspedal stehe, werd ich irgendwie so unkonzentriert und dass ist nicht ganz so gut beim Autofahren.

Heute hat Forest ihre letzte Flasche bekommen. Sie ist jetzt 3 Monate alt und braucht ihre Mütter nicht mehr. *schluchz* Sie ist hat sich zu einer richtig hübschen, ziemlich fetten Schafdame entwickelt.
|